Mann betet in der Natur

Einfach. Echt. Herausfordernd.

Jürgen Ferrary
25. Dezember 2025

„Das mit dem Glauben – das ist nicht so einfach.“ Diesen Satz höre ich immer wieder. Und ich verstehe ihn. Glauben kann kompliziert wirken, voller Regeln, Erwartungen und Fragen. Umso mehr liebe ich die Momente, in denen die Bibel erstaunlich klar, einfach und lebensnah wird.

Einer dieser Momente begegnet uns bei Paulus. Ausgerechnet Paulus – ein Mann, der Christen verfolgte, bevor er selbst Christ wurde. Ein Mann, der nach seiner Bekehrung nicht auf der Sonnenseite des Lebens stand, sondern Ablehnung, Verfolgung und Leid erlebte. Und genau dieser Mann schreibt an die junge Gemeinde in Rom: „Freut euch in der Hoffnung, haltet durch in schweren Zeiten, bleibt beständig im Gebet!“ (Römer 12,12)

Drei kurze Aufforderungen. Kein theologisches Konstrukt. Keine komplizierte Anleitung. Sondern ein alltagstauglicher Kompass für ein Leben mit Jesus.

Freut euch in der Hoffnung:
Das bedeutet nicht, Probleme schönzureden. Es bedeutet, den Blick bewusst auf das Gute zu richten – auf das, was Gott tun kann, selbst wenn die Umstände dagegen sprechen. Hoffnung ist keine Naivität, sondern eine Entscheidung: Ich lasse mich nicht vom Schlechten bestimmen, sondern vom Vertrauen auf Gott.

Haltet durch in schweren Zeiten:
Paulus weiß, wovon er spricht. Geduld heißt nicht, alles schluckend hinzunehmen. Geduld heißt, nicht bitter zu werden. Gnade zu zeigen, wo andere Groll erwarten. Dranzubleiben, auch wenn es unbequem ist. Gerade dann, wenn Menschen uns verletzen oder enttäuschen.

Bleibt beständig im Gebet:
Nicht nur dann, wenn alles brennt. Nicht nur für uns selbst. Sondern auch für andere – besonders für die, die uns herausfordern. Gebet verändert nicht immer sofort die Situation, aber es verändert fast immer unser Herz.

Jeden Tag stehen wir vor Entscheidungen. Kleine und große. Und oft ist die eigentliche Frage dahinter dieselbe: Gehe ich den Weg, den Jesus gehen würde – oder den Weg meines Egos?

Jesus kam nicht nur auf diese Welt, um uns zu retten, sondern auch, um uns zu zeigen, wie echtes Leben aussieht. Und Menschen wie Paulus haben dieses Leben greifbar gemacht. Nicht perfekt, aber ehrlich. Nicht kompliziert, aber herausfordernd. Glaube muss nicht kompliziert sein. Aber er ist selten bequem.

Herausforderung für heute: Nimm dir ein paar ruhige Minuten. Frage dich ehrlich: Wo reagiere ich anders, als Jesus es tun würde – vielleicht mit Wut, Frust oder innerem Rückzug? Schreibe dir drei Namen von Menschen auf, die dir gerade schwerfallen. Und entscheide dich, in den nächsten Tagen für sie zu beten, statt sie innerlich abzuschreiben.

Sei gesegnet!

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion“ (Viktor E. Frankl)

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